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Einbau einer SSD-Festplatte im MacBook Pro per hardwrk-Adapter

Da das Thema SSD (Solid-State-Drive) nach und nach interessanter wird und in meinem Bekanntenkreis immer öfter auf SSDs gesetzt wird, entschied ich mich vor ein paar Tagen, mein MacBook Pro 13" (Mitte 2010) ebenfalls auf- bzw. nachzurüsten. Da die Preise für SSD-Festplatten im Moment allerdings noch sehr hoch sind, habe ich mich für die Variante von "hardwrk" entschieden: Man baut das (wenig bis gar nicht verwendete) SuperDrive (DVD-/CD-Laufwerk) aus und baut anstelle dessen eine SSD-Festplatte ein, auf er Mac OS X installiert ist und von dort aus mit Raketengeschwindigkeit booted. Daher reicht für die SSD-Festplatte eine Größe von ~80 GB, weil die ganzen Daten ja nach wie vor auf der regulären HDD des MacBooks bleiben. Obwohl ich hardwrk schon einige Zeit kannte, war ich mir sehr unsicher, ob ich diese Variante wählen sollte oder doch später eine große SSD-Festplatte kaufen sollte. Fakt ist: Der Einbau ist selbst für Unerfahrene ein Kinderspiel und es lohnt sich wirklich, da mein MacBook dank SSD einen Geschwindigkeitsschub erhielt, den ich nicht für möglich gehalten hätte.

Als SSD-Festplatte entschied ich mich übrigens ganz konservativ für den Tipp auf der hardwrk-Website: Intel 320 mit 80 GB (SATA II). Mit Versand kam ich bei Amazon so auf 116,31 € und kann die Festplatte jedem empfehlen. Wenn Sie für den Betrieb mit Ihrem hardwrk-Kit noch eine passende SSD oder HDD benötigen:

Bevor ich mich in diesem Artikel mit dem Einbau des hardwrk-Adapters beschäftige, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass der Einbau auf eigene Verantwortung erfolgt. Außerdem ist es empfehlenswert, vorher ein komplettes TimeMachine-BackUp zu erstellen und dieses auch in Ruhe noch einmal auf Vollständigkeit zu überprüfen. Weiters gibt es grundsätzlich mehrere Optionen, den hardwrk-Adapter mit Festplatten/SSDs zu verwenden. Ich werde in diesem Artikel eine SSD für Mac OS X und die bisherige HDD für die Nutzerdaten verwenden. Alternativ hierzu könnten Sie natürlich auch zwei SSDs (maximale Geschwindigkeit) oder zwei HDDs (maximaler Speicherplatz) sowie verschiedene RAID-Kombinationen nutzen.

Vorbereitungen

Bevor Sie mit dem Einbau des hardwrk-SSD/HDD-Adapters loslegen, empfehle ich Ihnen, diesen Artikel einmal in Ruhe komplett durchlesen, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, welche Schritte notwendig sind und welche Mission Sie vor sich haben. Für den Einbau empfehle ich Ihnen zudem eine ausreichend große Arbeitsfläche mit guten Lichtverhältnissen (in meinem Falle diente der Boden meines Büros, sodass ich viel Platz hatte) und dass Sie insgesamt einige Stunden Zeit einplanen, denn obwohl der Einbau prinzipiell in maximal einer Stunde erledigt ist, dürfen Sie die Zeit für das TimeMachine-BackUp, die Installation von Mac OS X auf der SSD sowie die Migration der Nutzerdaten nicht vergessen. In meinem Falle dauerte der SSD-Umstieg insgesamt ~3 Stunden, bevor ich mein MacBook wieder fertig konfiguriert nutzen konnte. Sie sollten vermeiden, den Umbau unter Zeitstress durchzuführen.

Packen Sie zu Beginn das hardwrk-Kit in Ruhe aus und legen Sie die Inhalte sowie alle Werkzeuge zurecht.

Den Kreuzschraubendreher (Nummer 2) benötigen Sie zum Lösen der Gehäuseschrauben sowie zum Lösen des SuperDrives. Der sternförmige Torx-Schraubendreher (Nummer 1) wird lediglich zum Lösen von Schrauben an der Halterung der Original-Festplatte benötigt. Der schwarze Plastikspatel (Nummer 3) wird zum Lösen von Steckverbindungen und zum Lockern des Gehäusedeckels verwendet. Das Gehäuse für das spätere externe SuperDrive können Sie vorerst einmal beiseite legen.

Lösen des Gehäusedeckels

Der Gehäusedeckel ist mit mehreren silberfarbenen Schrauben am Gehäuse befestigt (blaue und rote Markierungen). Verwenden Sie den beigelegten Kreuzschraubendreher und lösen alle Schrauben vorsichtig. Da Sie diese Schrauben unter Umständen noch öfters lösen muss, sollten Sie darauf achten, die Schraubenköpfe nicht zu beschädigen. Auch sollten Sie beachten, dass nicht alle Gehäuseschrauben gleich lang sind: Die oberen drei Schrauben sind länger und passen auch nur an diesen Positionen (blaue Markierungen). Weiters sind die Gewinde leicht schräg, so dass Sie auch den Schraubendreher im entsprechenden Winkel ansetzen sollten.

Da Sie nun alle Schrauben gelöst haben, können Sie den Gehäusedeckel lösen. Dies funktioniert am besten, indem Sie den Deckel vorsichtig mit den Fingern über die Lüfterschlitze ziehen. Falls sich der Deckel nicht einfach lösen lässt, können Sie auch vorsichtig mit dem Spatel nachhelfen. Nehmen Sie den gelösten Deckel nun vorsichtig herunter und bewahren Sie Schrauben und Deckel an einem sicheren Ort auf, sodass Sie später alle Teile wiederfinden und nicht mit den späteren Schrauben durcheinander kommen.

Lösen des Akku-Steckers

Bevor Sie sich an das "Innenleben" Ihres MacBooks machen, sollten Sie den Akku-Stecker lösen, um zu gewährleisten, dass kein Strom durch das Mainbord fließt.

Sie finden den Akku-Stecker neben dem Arbeitsspeicher (grüne Markierung) und können diesen vorsichtig nach oben hinwegziehen und dann einfach hängen/stehen lassen.

Lösen des SuperDrives

Nun entfernen Sie das SuperDrive, das mit drei schwarzen Schrauben am Aluminium-Body des MacBooks fixiert ist (rote Markierungen). Zusätzlich zu diesen Schrauben müssen zum Entfernen des SuperDrives noch zwei schwarze Flachkabel (gelbe Markierung) mit dem Spatel vom Mainboard gelöst werden. Soweit ich weiß müssen Sie bei neueren MacBooks zusätzlich eine über dem SuperDrive platzierte Plastikschiene an beiden Verschraubungen lösen, da diese Schiene das SuperDrive zusätzlich fixiert. Bei meinem Modell (Mitte 2010) war dies nicht der Fall.

Nun müssen Sie die Lautsprecher-Leiste (blaue Markierung) lösen, um das SuperDrive, das teilweise unter dieser Leiste liegt, besser entfernen zu können. Das heißt, Sie müssen die Lautsprecher-Leiste nicht ausbauen sondern lediglich lockern, indem Sie die beiden Schrauben, mit denen die Leiste fixiert ist, lösen und entfernen. Bewahren Sie diese Schrauben unbedingt an einem sicheren Ort auf, sodass Sie sie später wiederfinden und nicht mit den anderen Schrauben durcheinander kommen. Nachdem die Lautsprecher-Leiste gelockert ist, können Sie das SuperDrive ganz einfach aber vorsichtig herausziehen und ausbauen.

Sobald das SuperDrive entfernt ist, müssen Sie den SATA-Anschlußstecker abnehmen und den Halterungswinkel abschrauben. Das SuperDrive ist damit auch schon für den späteren Einbau in das externe Gehäuse vorbereitet. Auch hier sollten Sie die alle Teile an einem sicheren Ort aufbewahren.

Festplatte ausbauen

Nun müssen Sie die Festplatte ausbauen, da diese später in den hardwrk-Adapter eingesetzt und an Stelle des SuperDrives eingebaut wird. Das hat selbstverständlich einen Hintergrund: Die Festplatte/SSD, auf der später das Betriebssystem betrieben werden soll, sollte immer im Standard-Schacht des MacBooks verbaut werden, denn nur so ist der korrekte Betrieb des Ruhezustands ("Hibernate-Modus") von Mac OS X (Speichern und späteres Wiederherstellen des letzten Zustands auf der Festplatte/SSD, bevor der Akku vollständig leer ist) gewährleistet. Um die Festplatte ausbauen zu können müssen Sie den Plastikbügel zur Festplatten-Befestigung lösen, indem Sie die zwei Schrauben (türkise Markierung) lösen. Nun können Sie die Festplatten-Befestigung entfernen und die Festplatte herausziehen und ausbauen. Bitte beachten Sie aber beim Ausbau, dass unter der Festplatte schlecht sichtbar das SATA-Kabel verläuft. Achten Sie daher unbedingt darauf, die Festplatte vorsichtig herauszuheben und dabei das SATA-Kabel nicht zu beschädigen. Während des Ausbaus der Festplatte lösen Sie den SATA-Stecker, der die Festplatte mit dem MacBook verbindet.

Wenn die Festplatte aus dem MacBook ausgebaut ist, müssen Sie die vier seitlich-angebrachten Torx-Schrauben lösen.

SSD einbauen

Alles was Sie eben getan haben, um die Festplatte auszubauen, wird nun in umgekehrter Reihenfolge wieder vorgenommen, um die SSD-Festplatte einzubauen. Schrauben Sie also die vier Torx-Schrauben von der Festplatte, die Sie eben gelöst hatten, an die SSD an und stecken das SATA-Kabel an die SSD an. Nun können Sie die SSD in den Schacht einsetzen und den Plastikbügel zur Festplatten-Befestigung wieder mit den entsprechenden zwei Schrauben fixieren. Nun ist die SSD betriebsbereit eingebaut.

Festplatte in den hardwrk-Adapter einsetzen

Packen Sie nun den hardwrk-Adapter aus und entfernen die Plastikfixierung, indem Sie sie einfach herausziehen. Setzen Sie nun die Festplatte schräg in den Adapter ein und beachten, dass die Festplatte fest sitzt. Dass sich die Festplatte eventuell etwas schwer in den Adapter-Slot stecken lässt ist beabsichtigt, da die Festplatte später für den Einbau auch möglichst fest im Adapter sitzen soll. Nun stecken Sie die Plastikfixierung wieder ein, damit diese die Festplatte fest in ihrer neuen Position hält. Schrauben Sie nun den Halterungswinkel, den Sie zuvor vom SuperDrive abgeschraubt haben, an den Adapter und stecken Sie den SATA-Stecker, den Sie ebenfalls vom SuperDrive abgesteckt haben, am Adapter ein.

hardwrk-Adapter in das MacBook einbauen

Jetzt können Sie den hardwrk-Adapter in den ehemaligen Platz des SuperDrives einsetzen und die Flachkabel wieder anschließen. Gehen Sie beim Einschieben des Adapters vorsichtig vor und achten Sie darauf, dass kein Kabel des Mainboards den Weg versperrt. Obwohl die Original-Anleitung besagt, dass der hardwrk-Adapter lediglich mit einer Schraube an der Winkelhalterung mit dem Mainboard fixiert wird und zwei Schrauben von der ursprünglichen SuperDrive-Befestigung übrig bleiben, war das bei mir nicht der Fall und ich habe wieder alle drei Schrauben (rote Markierungen) verschraubt. Nachdem Sie den Adapter festgeschraubt haben, können Sie die beiden breiten Steckverbindungen (gelbe Markierung) vorsichtig wieder andrücken.

Akku wieder anstecken

Da nun soweit alle Arbeiten am "Innenleben" Ihres MacBooks abgeschloßen sind, können Sie Akku und Mainboard wieder verbinden, indem Sie den Akku-Stecker (grüne Markierung) wieder anstecken.

Kontrolle

Bevor Sie den Gehäusedeckel wieder aufsetzen, sollten Sie zum Abschluß noch einmal alle Steckverbindungen auf korrekten Sitz überprüfen und sich ein paar Minuten Zeit nehmen, diese Anleitung ein letztes Mal zu überfliegen und nachprüfen, ob alle Schritte richtig durchgeführt wurden. In meinem Fall habe ich versehentlich und ohne es zu merken das Kabel, das für Airport (WiFi), Bluetooth und die iSight zuständig ist, gelöst und leicht abgesteckt, sodass ich mich nach der Installation von Mac OS X wundern musste, warum plötzlich kein Airport mehr funktioniert. Ich musste den Gehäusedeckel also wieder abnehmen und nach dem Problem suchen. Nehmen Sie sich also die Zeit und überprüfen noch einmal alle Stecker, bevor Sie den Gehäusedeckel aufsetzen – Sie sparen sich danach die Zeit, nach Problemen und lockeren Steckern zu suchen.

Gehäusedeckel wieder anbringen

Nachdem Sie Ihre Arbeiten noch einmal geprüft haben, können Sie anschließend den Gehäusedeckel wieder auflegen und ihn mit den silbernen Gehäuseschrauben (blaue und rote Markierungen) wieder fixieren. Achten Sie beim Festschrauben des Gehäusedeckels wieder auf den Winkel des Schraubendrehers, um nicht unnötigerweise den Schraubenkopf zu zerstören. Der Einbau ist hiermit abgeschlossen.

SuperDrive in das externe Gehäuse einsetzen

Stecken Sie nun das SuperDrive am SATA-Stecker des externen Gehäuses an setzen es schräg in das Gehäuse ein. Nun müssen Sie nur noch den schwarzen Boden mit dem silbernen Deckel, in dem bereits das SuperDrive sitzt, zusammensetzen. Da das SuperDrive später fest an der Innenseite der silbernen Hälfte des externen Gehäuses sitzen muss, habe ich mich entschieden, zwischen schwarzer Hälfte und SuperDrive eine Scheibe Karton einzusetzen (hier habe ich die Versandverpackung von Amazon wiederverwendet), um Freiraum im Gehäuse zu verhindern, damit das SuperDrive nicht vertikal verrutschen kann.

Und auch hier spreche ich aus Erfahrung, denn im ersten Versuch habe ich keinen Karton verwendet, was zur Folge hatte, dass der Schlitz des Gehäuses und das SuperDrive nicht auf der selben Höhe waren, was es unmöglich machte, eine DVD/CD einzuführen bzw. wieder auszuspucken. Mit dem Karton habe ich das Problem nun nicht mehr und alles funktioniert wunderbar.

Mac OS X auf der SSD-Festplatte installieren

Nun müssen Sie Mac OS X auf der SSD-Festplatte installieren. Verwenden Sie hierfür die beim Kauf Ihres MacBooks mitgelieferte Installations-DVD oder eine neue Vollversions-DVD von Mac OS X. Die DVD muss zwingend die DVD sein, die mitgeliefert wurde oder eine Vollversion von Mac OS X, die neuer als Ihr MacBook ist. Schließen Sie nun Ihr neues externes SuperDrive per USB an Ihr MacBook an, starten Ihr MacBook per Power-Knopf und halten dabei die ALT gedrückt. Sie können nun wählen, von welchem Device Sie booten möchten. Legen Sie Ihre Installations-DVD in das externe SuperDrive ein – nachdem diese geladen wurde, sollte auf dem Boot-Menü ein DVD-Symbol mit der Unterschrift 'Mac OS X Install DVD' erscheinen. Sollten Sie die ALT zu spät oder zu kurz drücken, startet automatisch das auf der alten Festplatte installierte Mac OS X. Schalten Sie in diesem Falle das MacBook einfach wieder aus und versuchen Sie es noch einmal.

Festplattendienstprogramm starten

Das Booten der Installations-DVD von Mac OS X dauert eine Weile, nachdem dieser Vorgang abgeschlossen ist, müssen Sie die neu eingebaute SSD-Festplatte zunächst formatieren. Starten Sie hierzu das 'Festplatten-Dienstprogramm' von Mac OS X. Sie finden es, indem Sie im Mac OS X Installer oben auf 'Dienstprogramme' klicken. Im Festplatten-Dienstprogramm werden in der linken Spalte die beiden eingebauten Devices (HDD und SSD) angezeigt.

Wählen Sie dort Ihre SSD-Festplatte (in meinem Fall "INTEL SSDSA2CW0...") und klicken im rechten Bereich auf den Reiter 'Löschen', wählen als Format das standardmäßig ausgewählte 'Mac OS X Extended (Journaled)' und geben der SSD-Partition einen Namen wie (bspw. "SSD"). Per Klick auf den Button 'Löschen' legt Mac OS X eine frisch-formatierte Partition auf Ihrer SSD-Festplatte an. Sie können das Festplatten-Dienstprogramm nun schließen, sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist.

Mac OS X-Installation fortführen

Nachdem Sie nun die SSD-Festplatte für die Installation von Mac OS X vorbereitet haben, können Sie mit der Installation von Mac OS X auf Ihrer SSD fortfahren. Klicken Sie hierzu einfach im Installationsdialog auf 'Fortfahren' und wählen im nächsten Schritt Ihre SSD-Partition als Zielmedium aus. Die Mac OS X-Installation dauert einige Zeit (in meinem Fall ~35 Minuten), Sie können sich also zur Entspannung einen Kaffee/Tee holen. Am Ende der Installation müssen Sie noch einen Benutzer Ihrer Wahl anlegen. Bitte beachten Sie, dass Sie diesen Account nur vorübergehend benötigen und daher den Account nicht mit Ihren Daten anlegen sollten, da später sonst die Migration der Daten nicht möglich ist. Nennen Sie den Benutzer bspw. "Migration" oder einfach so, dass er sich nicht mit Ihren bisherigen User-Accounts überschneidet. Nachdem die Installation abgeschloßen ist können Sie Ihr MacBook normal starten, sodass Sie vor einem frischen Mac OS X sitzen sollten.

Migration der alten Daten

Bevor Sie mit der Migration der alten Daten beginnen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Mac OS X auf dem selben Stand ist, wie es zuvor war. Besonders im Falle von Mac OS X Lion sollten Sie unbedingt erst von Mac OS X Snow Leopard auf Mac OS X Lion upgraden und per Softwareaktualisierung alles auf den aktuellsten Stand bringen, bevor Sie Ihre alten Daten einspielen, ansonsten kann es zu Inkompatibilitäten zwischen den verschiedenen Betriebssystemversionen kommen.

Sobald Ihr Mac OS X also auf dem aktuellsten Stand ist müssen Sie alle relevanten Daten aus Ihrem TimeMachine-BackUp migrieren. Dazu kommt der in Mac OS X integrierte 'Migrationsassistent' (befindet sich im Programm-Ordner "Dienstprogramme") zum Einsatz. Bei der Migration ist wichtig, dass Sie nur die Benutzer, aber nicht deren Daten, migrieren. Wählen Sie also alle Benutzer, die Sie migrieren möchtest, und entfernen jeweils die Haken bei allen Unterordnern der Benutzer ("Schreibtisch", "Dokumente", "Downloads", ...), da diese Daten ja nicht auf die SSD-Festplatte kopiert sondern später von der normalen Festplatte eingebunden werden sollen. Alle anderen Haken ("Programme", "Einstellungen", "Andere Dateien und Ordner...") sollten gesetzt sein, damit alle Einstellungen, Daten und Programme übertragen werden. Sobald Sie mit der Selektion der gewünschten Daten fertig sind, können Sie die Migration per Klick auf 'Fortfahren' starten. Sobald die Migration abgeschlossen ist, sollten Sie sich Ihre SSD-Festplatte im Finder genauer ansehen und überprüfen, ob alle Programme richtig migriert wurden. Da Sie zu diesem Zeitpunkt ja noch mit dem bei der Installation von Mac OS X angelegten "Migration"-Account angemeldet sind, ist es völlig normal, dass keines der migrierten Programme Ihre alten Einstellungen kennt und Ihr Schlüsselbund keine Einstellungen enthält.

Einbinden der User-Daten von der alten Festplatte

Abschließend müssen Sie für jeden der migrierten Benutzer die User-Daten von der alten Festplatte einbinden. Wählen Sie hierfür in den Systemeinstellungen den Punkt 'Benutzer & Gruppen' und klicken auf das Schloss, um Änderungen zuzulassen. Klicken Sie dann bei gedrückter CTRL auf den Benutzer, sodass ein Kontextmenü mit der Option 'Erweiterte Optionen' eingeblendet wird.

Per Klick auf diese Option erhalten Sie einige tiefere Einstellungsmöglichkeiten für den User-Account. Unter dem Punkt 'Benutzerordner' muss nun der alte Benutzerordner auf der alten Festplatte angegeben werden. In meinem Fall hat mein User-Account den Namen "thomas" und der Standard-Benutzerordner liegt unter /Users/thomas. Den Benutzerordner änderte ich also auf /Volumes/Macintosh HD/Users/thomas, da meine alte Festplatte die Bezeichnung "Macintosh HD" trägt und ich von dort aus meine User-Daten einbinden möchte.

Den Namen Ihrer alten Festplatte können Sie mit dem 'Festplatten-Dienstprogramm' (befindet sich im Programm-Ordner "Dienstprogramme") herausfinden. Nachdem Sie den Eintrag 'Benutzerordner' angepasst haben, speichern Sie Ihre Änderungen per Klick auf 'OK' und starten Ihren Mac neu. Ab sofort wird der Benutzerordner auf der alten Festplatte verwendet und somit müssten sich alle Programme wie gewohnt (inkl. aller Einstellungen) nutzen lassen. Die Programme werden dann von der SSD-Festplatte ausgeführt und die Einstellungen bzw. Nutzerdaten kommen parallel von der alten Festplatte. Die Migration ist damit fast abgeschlossen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie für jeden User-Account auf der SSD-Festplatte (/Users bzw. 'Benutzer' im Finder) noch eine Verknüpfung im Dateisystem anlegen ("SymLink"), da manche Programme den ehemaligen Pfad des Benutzerordners leider absolut gespeichert haben und ohne den SymLink ihren Dienst verweigern würden. Bevor dieser SymLink angelegt werden kann, müssen Sie die bei der Migration vorübergehend im SSD-Benutzerordner angelegten Ordner im Finder löschen. Um einen SymLink zu erstellen, starten Sie das Terminal (befindet sich im Programm-Ordner "Dienstprogramme") und führen folgenden Befehl aus.

sudo ln -s "/Volumes/Macintosh HD/Users/thomas" "/Users/thomas"

Bitte beachten Sie, bevor Sie den Befehl ausführen, dass Sie die Werte an Ihre Gegebenheiten anpassen (Benutzername, Name der alten Festplatte).

Überflüssige Daten auf der alten Festplatte löschen

Im Prinzip ist die Migration bereits abgeschlossen – dennoch liegt noch das alte Mac OS X auf der alten Festplatte und verbraucht Speicherplatz. Prinzipiell kann man alle Ordner außer dem 'Benutzer'-Ordner (/Users) löschen. Da ich aber selbst erst vor ein paar Tagen auf SSD-Festplatte umgestiegen bin, werde ich wohl noch einige Wochen testen, bevor ich dann die alte Festplatte aufräume, da ja nur noch die User-Daten von der alten Festplatte verwendet werden und der Rest von der SSD-Festplatte kommt.